Gastbeitrag: Meine Praxis-Story mit neoscript.ai

Wie KI-Dokumentation meinen Praxisalltag verändert hat – Ein Erfahrungsbericht

Gastbeitrag von Frau Kasten, Psychotherapeutin aus Düsseldorf


Als das neoscript-Team mich fragte, ob ich über meine Erfahrungen schreiben möchte, musste ich erst einmal schmunzeln. Ausgerechnet ich – jemand, der Technik eher pragmatisch begegnet und sich lange gegen digitale Lösungen gesträubt hat. Aber genau deshalb schreibe ich jetzt diesen Beitrag: Weil sich wirklich etwas verändert hat.

Der Moment, in dem ich „Ja“ gesagt habe

Ehrlich gesagt war ich anfangs skeptisch. KI in der Therapie? Das klang für mich nach einer dieser Lösungen, die in schicken Präsentationen funktionieren, aber im echten Praxisalltag scheitern. Dazu kam meine größte Sorge: Datenschutz. Meine Patient*innen erzählen mir Dinge, die sie sonst niemandem anvertrauen. Diese Verantwortung trage ich sehr bewusst.

Was mich dann doch überzeugt hat, war ein Gespräch mit einer Kollegin, die neoscript bereits nutzte. Sie erzählte nicht von Features oder Funktionen, sondern davon, dass sie abends wieder Zeit für sich hatte. Das hat mich aufhorchen lassen.

Wie mein Alltag früher aussah

Nach einem intensiven Therapietag – manchmal sechs, sieben Sitzungen hintereinander – war mein Kopf voll. Voller Geschichten, Emotionen, therapeutischer Hypothesen. Und dann wartete noch die Dokumentation. Verlaufsnotizen, die zeitnah geschrieben werden sollten, damit nichts verloren geht. Berichte für Kostenträger. Anamnesegespräche, die ausführlich festgehalten werden müssen.

Das Frustrierende: Je später am Abend ich dokumentierte, desto schwieriger wurde es. Details verschwammen, ich suchte nach Formulierungen, die ich tagsüber sofort gefunden hätte. Manchmal saß ich bis 21 Uhr am Schreibtisch – nicht wegen der Therapie selbst, sondern wegen der Bürokratie drumherum.

Wie ich heute arbeite

Mein Workflow hat sich grundlegend verändert. Ich zeichne das Therapiegespräch auf – natürlich nur mit ausdrücklicher Einwilligung meiner Patient*innen, die ich zu Beginn der Behandlung einhole. Diese Aufzeichnung wird dann von neoscript transkribiert und in einen strukturierten Dokumentationsentwurf umgewandelt.

Und hier ist der entscheidende Punkt: Es ist ein Entwurf. Ich lese ihn sorgfältig durch, passe Formulierungen an, ergänze therapeutische Einschätzungen, die nur ich treffen kann, wähle aus, was dokumentationsrelevant ist, und gebe ihn erst dann frei.

Die KI nimmt mir nicht die fachliche Arbeit ab – sie nimmt mir die mühsame Tipparbeit ab und erstellt eine erste Struktur aus dem gesprochenen Wort. Der Unterschied ist enorm.

Was sich konkret verändert hat

Zeit: An vielen Tagen spare ich anderthalb bis zwei Stunden reine Dokumentationszeit. Das klingt nach viel – und ist es auch. Diese Zeit nutze ich unterschiedlich: Manchmal gehe ich früher nach Hause, manchmal bereite ich eine komplexe Sitzung intensiver vor, manchmal lese ich einfach Fachliteratur in Ruhe.

Qualität: Meine Dokumentation ist jetzt konsistenter und vollständiger. Weil die Aufzeichnung das gesamte Gespräch erfasst, gehen keine wichtigen Details verloren – auch nicht die, die ich früher vielleicht in der Erinnerung übersehen hätte. Ich kann mich in der Sitzung voll auf meine Patient*innen konzentrieren, statt nebenbei schon ans Dokumentieren zu denken.

Energie: Das klingt vielleicht weich, aber es macht einen Unterschied: Ich verlasse die Praxis häufiger mit dem Gefühl, fertig zu sein. Die Dokumentation hängt nicht mehr als unsichtbare To-do-Liste über meinem Feierabend.

Die Datenschutz-Frage, die ich mir stellte

Bevor ich mich für neoscript entschieden habe, habe ich mir auch andere Anbieter angeschaut. Manche hatten durchaus überzeugende Funktionen. Aber dann kam immer der Punkt, an dem ich in die Datenschutzerklärung schaute – und ins Stocken geriet.

Server bei Amazon, Google oder Microsoft. Support-Tools mit Zugriff aus den USA. Analyse-Dienste auf ausländischen Servern. Für viele Branchen mag das akzeptabel sein. Für Psychotherapie ist es das nicht.

Ich arbeite mit Menschen, die mir von Traumata erzählen, von familiären Krisen, von Suizidgedanken. Diese Daten dürfen nicht auf Servern landen, auf die US-Behörden durch den CLOUD Act zugreifen könnten. Dieser US-amerikanische Gesetz verpflichtet US-Unternehmen, auf Anfrage von Behörden Daten herauszugeben – unabhängig davon, wo die Server physisch stehen.

Bei neoscript läuft alles in Deutschland. Server, Verarbeitung, Support. Keine US-Cloud-Anbieter im Hintergrund, keine versteckten Unterauftragnehmer in Drittländern. Das war für mich nicht verhandelbar – und es war das ausschlaggebende Argument.

Wie meine Patient*innen reagiert haben

Ich habe das Thema von Anfang an offen kommuniziert. Bevor ich die Aufzeichnung starte, hole ich eine informierte Einwilligung ein. Ich erkläre, dass die Aufnahme ausschließlich zur Dokumentation dient, dass KI-Unterstützung zum Einsatz kommt, dass alle Daten in Deutschland bleiben und dass ich jeden Entwurf persönlich prüfe und freigebe. Die Verantwortung und fachliche Kontrolle bleiben komplett bei mir.

Die Reaktionen haben mich überrascht. Die meisten fanden es gut. Einige sagten sogar, dass sie es sympathisch finden, wenn ich moderne Mittel nutze, um mehr Zeit für die eigentliche therapeutische Arbeit zu haben. Nur wenige hatten Bedenken – und die konnte ich im persönlichen Gespräch meist ausräumen, indem ich den Datenschutz-Aspekt und das Verfahren genau erklärt habe.

Was ich anderen Therapeut*innen sagen würde

Wenn Kolleg*innen mich fragen, ob sie KI-Dokumentation nutzen sollten, sage ich: Es kommt darauf an. Nicht jede Lösung passt zu jeder Praxis. Aber wenn ihr abends erschöpft am Schreibtisch sitzt und euch fragt, warum ihr nochmal Psychotherapie studiert habt – dann lohnt sich zumindest ein Blick.

Wichtig ist: Sucht euch einen Anbieter, dem ihr eure Patient*innen anvertrauen könnt. Fragt konkret nach, wo die Daten verarbeitet werden. Achtet besonders auf US-Cloud-Anbieter und den CLOUD Act. Lasst euch nicht mit vagen Aussagen abspeisen. Und probiert es aus – aber mit der klaren Erwartung, dass ihr die fachliche Kontrolle behaltet.

Mein persönliches Fazit

neoscript hat mir etwas zurückgegeben, das im Gesundheitswesen selten geworden ist: Planbarkeit. Ich kann meinen Tag besser strukturieren, bin weniger erschöpft und habe mehr Kapazität für das, wofür ich eigentlich angetreten bin – Menschen in schwierigen Lebensphasen zu begleiten.

Das ist keine Revolution. Es ist eine stille, pragmatische Verbesserung. Aber genau solche Verbesserungen brauchen wir in der Psychotherapie. Nicht das große Disruptive, sondern das Praktische, das funktioniert und uns Luft zum Atmen gibt.

Und ja: Ich gehe tatsächlich öfter pünktlich nach Hause.


Frau Kasten ist approbierte Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Düsseldorf und nutzt neoscript.ai seit der Anfangsphase. Sie hat diesen Gastbeitrag in ihrer Freizeit verfasst und wurde dafür nicht vergütet.

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